2014 startete TWC-Mitglied Patrick von Loringhoven mit Born2.Bike. Mittlerweile zählt sein Fahrradblog zu den erfolgreichsten in Deutschland und wurde zweimal in Folge bei der Abstimmung von Fahrrad.de und Bikemap in der Kategorie „Allround“ auf Platz 2 gewählt. Born2.Bike hat rund 45.000 Page Impressions pro Monat und über 1.000 Follower auf Instagram. Das Blogschreiben ist eine praktische Möglichkeit, Arbeit und Hobby zusammenzufügen. Sieben Co-Autoren unterstützen ihn bei der täglichen Arbeit. Wir erwischen Patrick zum Telefongespräch während der täglichen Gassi-Runde mit seinem Hund.

Patrick, du gehörst aktuell zu den erfolgreichsten Fahrradbloggern in Deutschland. Wie kamst du überhaupt auf die Idee, einen Fahrradblog zu starten?

Ich bin seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig und erkläre Leuten, was sie tun sollen, um im Internet erfolgreich zu sein. Irgendwann dachte ich mir, ich brauche zur besseren Erläuterung ein lebensnahes, praktisches Beispiel, das mir neben dem normalen Beruf leicht von der Hand geht. Da ich leidenschaftlicher Radfahrer bin, lag das Thema zwangsläufig nah und schnell war die Idee zu Born2.Bike geboren.

Was fährst du für ein Rad oder muss ich eher Räder sagen?

Zweiteres . Angefangen hat meine Leidenschaften mit einem BMX zu Jugendzeiten. Mittlerweile habe ich ein Allmountain, ein Rennrad, ein Gravel-Bike und ein selbst aufgebautes Urban Bike. Ich versuche beim Fahren immer eine passende Mischung zu haben und in allen Bereichen aktiv zu sein. Mein Blog soll für alle Radfahrer etwas bieten und das muss ich dann auch selbst vorleben.

Was macht deinen Blog so erfolgreich?

Ein gewisses Maß an Selbstironie und Unterhaltung gehören beim Schreiben genauso dazu wie Hintergrundwissen über Technik und Touren. Viele Blogs gehen zu schnell und zu tief auf rein technische Aspekte ein, was nicht-versierten Radfahrern die Lesefreude nimmt. Es ist wichtig, seinen eigenen Stil zu finden. Zudem nutzte ich meine beruflichen Erfahrungen, um durch gezielte Schlagworte meine Artikel bei Google-Anfragen möglichst weit oben zu positionieren. So erreiche ich viele Leser.

Betreibst du den Blog weiterhin rein nebenberuflich?

Mittlerweile habe ich Sponsoren gefunden, die mich nicht nur mit Teilen, sondern auch finanziell unterstützen. Davon leben kann ich allerdings nicht. Aber es ist schön, dass das Hobby auch etwas abwirft. Viele Firmen zeigen großes Interesse, Blogger zu unterstützen und erkennen das Potenzial. Gerade im Reisebereich tut sich einiges, z. B. bin ich in diesem Jahr zum Giro d‘Italia eingeladen. Fahrradfirmen halten sich jedoch noch zurück. Ein paar Branchengrößen werden gesponsert, aber der kleine Blogger ist noch nicht als Plattform erkannt. Das wird sich meiner Meinung nach bald ändern und wer jetzt das Thema erkennt und frühzeitig investiert, wird in ein paar Jahren davon profitieren.

Gesponserte Artikel stellen allerdings die Glaubwürdigkeit der Blogger in Frage. Wie gehst du damit um?

Die wichtigste Einheit für einen Blogger bleibt der Leser. Wenn ich nur reine Werbetexte veröffentliche, verliere ich schnell an Glaubwürdigkeit. Deshalb ist es wichtig, kritisch an Produkttests heranzugehen. Jeder sollte seine Meinung vertreten dürfen und hinter seinen Worten stehen. Das verlange ich auch von meinen Co-Autoren. Man muss dabei ein Gespür entwickeln, was geht und was nicht. Ich habe Glück bei meinen Sponsoren, weil sie auch ein kritisches Wort vertragen. Ich kennzeichne dennoch alle Artikel, in denen gesponserte Produkte erwähnt werden, da die Rechtsprechung hier ziemlich rigide ist. Fun-Fact: Auf Instagram werden besonders gerne die gekennzeichneten Artikel geklickt.

Welche Vorteile bringt dir die Mitgliedschaft im TWC?

Der TWC bringt mir richtig viel, insbesondere eine hohe Aufmerksamkeit von Sponsoren. Vertreter großer Radfirmen lesen meine Artikel, sehen die Kontinuität meiner Arbeit und gewinnen Vertrauen in meinen Blog. Sie sehen, dass eine Zusammenarbeit Früchte tragen kann. Ich habe über den TWC ergotec als Premiumsponsor gewinnen können. Die Verantwortlichen haben gesehen, dass ich viel über deren Themen schreibe und jetzt kommt das zusammen. Viele Türen gehen durch den TWC leichter auf, auch weil die EUROBIKE und der pressedienst-fahrrad das sehr gut moderieren. Es macht einfach Spaß.