„Ich bin immer im Testmodus unterwegs“
Matthias Schwindt, 44, wohnt in Unterschleißheim und bloggt seit 2015 auf www.gpsradler.de

Du beschäftigst dich auf deinem Blog mit technischem Zubehör rund um die Fahrradnavigation. Wie ist dein Blog entstanden?
Ganz am Anfang war da ein Buch, das ich geschrieben habe – „Geotagging für Fotos“. Ich habe mich viel mit GPS beschäftigt und war früher im Bereich Entwicklung, Navigation usw. in der Automobilindustrie tätig. Am 1. Mai 2015, also an einem traditionellen Fahrrad-Ausflugsdatum, habe ich den Blog gestartet. Ich habe zu den meisten Firmen einen super Kontakt, bekomme die Geräte gestellt, teilweise auch vorab, sodass ich pünktlich zu einem Produktlaunch etwas schreiben kann. Seit zirka 2016 blogge ich hauptberuflich – neben meiner „Stelle als Vollzeitpapa“.

Hast du immer ein GPS-Gerät am Start, auch wenn du private Touren unternimmst?
Ich verstehe die Frage nicht (lacht). Ich bin eigentlich immer im Testmodus unterwegs und habe stets irgendein Gerät am Lenker. Ich genieße das; das macht Spaß, als Nerd immer etwas Neues ausprobieren zu können. Es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Das ist mein Luxus.

Gibt es Innovationen oder Neuerungen, die du richtig toll findest?
Im Moment finde ich das Thema „E-Bike Konnektivität“ extrem interessant. Also welche Möglichkeiten bietet das E-Bike sich mit anderen, vielleicht schon vorhandenen elektronischen Geräten wie Smartphone oder GPS-Devices zu verbinden? Viele Firmen behaupten, dass sie „smart“ und „connected“ unterwegs seien. Aber nur eine App zu basteln ist noch keine Connectivity. Die beginnt erst da, wo ich als Nutzer entscheiden kann, welche Geräte sich verbinden sollen um Daten auszutauschen. In dem Gebiet gibt es noch viel zu tun.

Gibt es ein GPS-Gerät, das du immer oder am liebsten dabeihast?
Die Frage „Was nutzt du privat?“ höre ich sehr oft, vielleicht um herauszukitzeln, welches jetzt das ultimative Fahrradnavi ist. Aber „das beste“ gibt es nicht. Es kommt immer auf den Einsatz und die Anforderungen an. Ich habe immer das neueste Gerät, das ich zum Testen dahabe am Lenker und nutze meist noch mindestens ein Vergleichsgerät von einem der „großen drei“ – also Garmin, Wahoo oder Sigma.

Wie sieht deine Entwicklungsprognose für Fahrradnavis aus? Kommt da bald was ganz Neues? Oder Geräte, die sich noch einfacher bedienen lassen?
Im Moment habe ich das Gefühl, dass sich da wenig tut. Der ein oder andere neue Player kommt auf den Markt und ansonsten Detailverbesserungen. „Einfache Bedienung“ ist ein gutes Stichwort. Für viele Nutzer, die nicht wie ich dauernd und sehr intensiv mit solchen Geräten umgehen, ist die Handhabung manchmal kompliziert und die Einrichtung mit Hürden verbunden. Da hoffe ich noch auf deutliche Verbesserungen.

Wie bist du fahrradtechnisch am liebsten unterwegs?
Fahrradfahren ist ein extrem großer und wichtiger Teil meiner Freizeit. Ich fahre sehr gerne Mountainbike und auch Tourenrad – am liebsten natürlich mit Motor und Connectivity. Rennrad versuche ich zu meiden – das ist schon kurz vor Arbeit. Immer im Straßenverkehr unterwegs und vorher eine genaue Streckenplanung, um nicht doch wieder auf einem längeren Schotter-Abschnitt zu landen.

Zum Weiterlesen, Anschauen und Nachfahren:
Matthias‘ Blog & YouTube Kanal
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Matthias Schwindt